Mittwoch, 11. September 2013

Frage nicht, was dein Land für dich tun kann: Comic Pride.

Weiß der Geier, was mich an diesem Comic-Manifest so wurmt. Vielleicht bin ich schon alt genug, um den zeternden Opa zu geben. Es ärgert mich, dass es mich ärgert, denn man wird immer so schrecklich UNGESCHMEIDIG, wenn man sich über Dinge aufregt, wie mein heissgeschätzter Kollegenkumpel FiL, der sich kürzlich in recht harschem Ton dem Begriff der Graphic Novel zuwandte.

Zudem schätze ich einige der Unterzeichner sehr hoch, und ich verstehe natürlich das Anliegen an sich.

Dennoch … ein paar Worte des Grummelns von mir.

Vielleicht sollte ich vorausschicken, dass ich von Eltern erzogen wurde , die der hochpsychotischen Generation der 30/40er-Geburtenjahrgänge entsprangen. Was unsere Mütter uns in erster Linie mitgaben, war eine sehr geringe Selbstwertschätzung, und passend dazu, eine Allergie auf Selbstüberschätzung bei allen anderen Menschen.

Und so ist es direkt mal die Großspurigkeit des Begriffes „Manifest“ , die mir sauer aufstößt. „Manifest“ - das Wort der beleidigten Kunst, die mit ihrer zornigen Faust wedelt und fordert . Der Futurismus hat ein Manifest. Dada hat ein Manifest. Traditionell ist es für mich ist eine prätentiöse Geste von Leuten, die sich selbst und ihr Tun zu ernst und zu wichtig nehmen.

Und ich erlebe den Comic nicht als pompös, oder als prätentiös. Für mich ist es STREET ART, ein Medium mit der größten Autonomie. Ein Comic braucht keine Leinwand und kein Atelier. Gib mir einen Tisch, einen Stift, ein Blatt.

Das heißt nicht, dass Comic banal, oberflächlich, krude oder „Straße“ sein muss. Für mich sind echte Comickünstler die virtuosesten Künstler der Welt. Sie sind Autor, Regisseur, Szenarist und Ausstatter in einem. Und ich nehme den Comic auch ernst genug, um seit 12 Jahren hier zugange zu sein. Die besten Comics stehen den besten Filmen und Romanen in nichts nach, und ich bin stolz auf das Medium, und die atemberaubende Entwicklung, die es in den letzten dreißig Jahren vollzogen hat.

Aber Stolz heißt für mich auch, nicht mit dem Hut herumzugehen wie ein Bettler.

Vor allem nicht mit einer „Forderung“, als wäre einem der Staat, und die Gesellschaft, etwas schuldig.

Denn niemand ist uns irgendetwas schuldig.

Ich lese den Text und mein zweiter Gedanke ist: Habt ihr eigentlich irgendeine Ahnung, wie EGAL Comic ist? Ich sehe viele „Skandale“ in unserem Land. Die soziale Schere, die immer weiter auseinandergeht. Die Ghettobildung. Die wachsende Anzahl von Menschen, die Vollzeit arbeiten und trotzdem ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten können. Krankenschwestern und andere Vertreter von Pflegeberufen, die mit 1000 Euro netto nach Hause gehen. Alles beschämende Umstände, alles „Skandale“.

Und ganz weit abgeschlagen, auf Platz Vierhunderttausendachthundertdreizehn folgt vielleicht der „Skandal“, dass der Comic in Deutschland noch nicht hinreichend gewürdigt wird.

Ich verstehe, was gemeint ist. Ich war sehr oft in Russland, und die Autoren dort schreiben lieber ein mittelmäßiges Buch in einem Jahr, als ein gutes Buch in drei Jahren. Weil sie ihr Geld durch Lesereisen im Westen verdienen, und mehr Veröffentlichungen heißt, öfter auf Tour gehen zu können.

Aber wir leben in Deutschland, und viele von uns, auch viele der Unterzeichneten, sind Hochschulabsolventen. Wir sind die privilegiertesten Menschen der Welt. Jeder Idiot findet in Deutschland einen Weg, um seinen schwarzen Mercedes zu finanzieren. Wenn wir nicht in der Lage sind, unser eigenes Leben zu finanzieren UND dabei unsere Projekte zu verfolgen, machen wir etwas falsch. Wir sind kreative Menschen, nicht wahr? Wir können schreiben, wir können gestalten. Wir sollten kreativ genug sein, um Ideen zu entwickeln, wie wir an Geld kommen, um unsere Projekte zu finanzieren.

Oder Projekte entwickeln, die für viele Menschen außerhalb der inzestösen Szene eine Rolle spielen. Kürzlich hat „Frau Freitag“, eine Lehrerin aus Berlin, mit dem Buch aus ihrem Blog einen Riesenbestseller gelandet. Wenn sie das Ding als Comic umgesetzt hätte, hätten wir unseren ersten Millionenseller gehabt. Es gibt Tausende dringlicher und bewegender Geschichten in anderen Berufsständen, sozialen Schichten, Kulturen und Ländern. Es gibt Tausende von Stoffen, geschrieben von Autoren, die ein größeres Talent und eine größere Einsicht in die menschliche Natur haben als wir, ein Riesenschatz an Geschichten. Es muss nicht immer die eigene Nabelschau sein. Aber es ist viel Ego in der Szene unterwegs, und der Gedanke, den Stoff eines anderen umzusetzen, kommt für viele nicht infrage, auch wenn sie selbst nicht erzählen können.

Für mich ist trägt da das Wort KUNST eine gewisse Mitschuld. Was unter „Kunst“ läuft, ist zu einem sehr großen Teil schlicht Selbstausdruck. Da ist nichts verkehrt dran. Wir „Kreativen“ sind alle Narzissten und stellen uns gerne da. Aber ich behaupte, niemand hat Anspruch auf Geld des Staates, um sich selbst auszudrücken.

Das ist bei den Krankenschwestern wirklich besser aufgehoben.

Ich habe lange Zeit jedes Jahr einen Monat frei genommen, und in dieser Zeit einen kompletten Comicband von 50 Seiten gezeichnet. Bei TARA waren es 70 Seiten in einem Monat, bis ich von den Copicdämpfen Hallus bekam. An DER COMIC IM KOPF habe ich ein Dreivierteljahr gesessen, für eine Prämie, die ungefähr ein Drittel der Kosten abdeckte. Ich habe Tausende von Euros in Comics gesteckt, Materialien, Reisen, Selbstverlag, und ich habe mir viele blutige Nasen geholt.

Und ich war dabei nie jemandem etwas schuldig, und ich habe nie jemanden um etwas gebeten.

Und ich bin sehr stolz darauf.

Just sayin‘.

Spong

Samstag, 1. Juni 2013

Das K-Wort. Der eigene Strich, Teil 1


Reinhard Kleist schrieb seinerzeit in seinem Artikel über DCIK, dass sich das Buch teilweise wie eine Anleitung zur Selbsterkenntnis lese; und gleichzeitig erklärte er das Kapitel über  "Schöpfungskraft und Schweinhunde", über den eigenen kreativen Prozeß und den Weg zur eigenen Story zur Pflichtlektüre und zum wichtigsten Kapitel des Buches.

Tatsache ist, alle Anleitungen der Welt können noch so gut sein – ob wir etwas daraus machen, ob wir Erfolg haben in dem was wir tun, ob wir die Ziele erreichen, die uns vorschweben – all das hat herzlich wenig mit Talenten, Veranlagungen und Lebensumständen zu tun. Erfolg, und damit meine ich nicht Kohle und Ruhm, sondern ein autonomes Leben, in dem wir genau das tun können, was wir wollen – Erfolg passiert zu 100 Prozent in der Birne. Ich kenne absolute Ausnahmetalente in mehr als prekären Lebensumständen; gleichzeitig kenne ich Zeichner, Musiker mit eher begrenzten Fähigkeiten, die an sich glauben und an sich arbeiten, und die sehr gute Lebensumstände für  sich geschaffen haben.

Eiiiiiiigentlich ist Leben oder „Karriere“ nämlich lächerlich einfach. Man muss nur wissen, wo man steht, wissen, wo man hinwill, und dann in aller Ruhe den Weg von A nach Z ablaufen. Natürlich gibt es eine Menge Beispiele, in denen Menschen in eine Karriere “reingestolpert“ sind. Aber für jedes dieser Beispiele gibt es 1000 Beispiele für Menschen, die durch unüberlegte Entscheidungen, oder durch gar keine Entscheidungen, in Lebensumstände geraten sind, in denen sie unglücklich sind. Ich weiß nicht, wie oft ich das Wort „gestrandet“ im Zusammenhang mit Berufswegen gehört habe. Ich würde fast sagen, dass die Mehrzahl der Menschen, die ich kenne, so lebt. In unserer Zeit, und hier in Deutschland, kann man auch mit einem schlechten Job ein sehr anständiges, bequemes Leben führen. Aber Glück ist halt etwas anderes.

Glück also, huh? Ein großer Begriff, den jeder anders definiert. Aber wir alle kennen eine bestimmte Art des Glücklichen Zustandes, wenn wir in einem Spiel oder in einer Tätigkeit versunken sind, und jedes Gefühl für Zeit und Raum verlieren. Das, was wir sind, und das, was wir tun, ist ein und dasselbe in diesem Momenten. Der ungarische Psychologe mit dem unaussprechlichen Namen Mihály Csíkszentmihályi (Tschick- SentMi-HaJi) hat diesen Zustand unter dem Namen FLOW beschrieben. Es ist die Euphorie eines Sportlers, der ein Rennen bestreitet, eines Tänzers, der einen Tanz aufführt, eines Musikers, der ein Stück interpretiert, eines Zeichners, der eine Zeichnung ausarbeitet.

Und auch wenn das nicht immer gilt – ein wichtiger Bestandteil dieses FLOW-Zustandes ist, dass man einen festen Weg abschreitet, und weiß, wo man dabei steht. Ein Bergsteiger weiss, wie viel er hinter sich hat, und wie viel er vor sich hat. Ein Musiker weiß, in welchem Takt des Stückes er sich befindet (außer er spielt bei Motörhead), und auch ein routinierter Zeichner schreitet auf dem Weg von der ersten Skizze bis zum fertigen Bild feste Schritte ab.

Csíkszentmihályi hat zumindest zwei Bücher geschrieben, die für mich echte Augenöffner waren – FLOW und LEBE GUT. Die schlechte Nachricht für mich als Oberchaoten war, dass Glück eben auch sehr viel mit Struktur und Ordnung zu tun hat. Tage, die in uns ein Gefühl der Unbefriedigung zurücklassen, Tage die wir vielleicht als „verschwendet“ bezeichnen, und davon hatte ich immer reichlich, sind die Tage, die ohne Richtung vor sich hinplätschern, wo man mal dies, mal jenes macht, ohne Ziel und Richtung, man fängt tausend Sachen an, und bringt nichts zuende.

Vielleicht kennst du solche Tage. Vielleicht weißt du, welches blöde Gefühl solche Tage in uns auslösen.

Und es gibt unzählige Menschen, deren komplettes Leben so aussieht.

Okay, was hatte das ganze nochmal mit Zeichnen zu tun? Alles. Bei jeder anderen praktischen Tätigkeit geht es uns darum, Beherrschung zu erlangen, kompetent zu werden in dem, was wir tun. Wir hören unserem Fahrlehrer zu, machen brav unsere Übungen wenn wir Sprachen lernen oder ein Computerprogramm. Aber sobald es um Kreativität geht, um KUNST, identifizieren wir uns als Person mit dem, was wir tun. Wir hören auf, das was wir tun sachlich und objektiv zu betrachten. WIR sind toll, deswegen muss das, was wir tun, auch toll sein. Wir hantieren mit Begriffen wie Talent, Begabung, Inspiration und Muße, wir vergewissern uns immer wieder, dass wir ganz toll sind und eine Begabung haben, die uns zu etwas besonderem macht. Und all diese Egogedöns schafft eine Menge Dampf in unseren Köpfen, der uns daran hindert,  uns selbst und den Weg vor uns mit einem klaren Blick zu sehen.

Und ganz egal, ob es darum geht, ein Instrument zu lernen einen eigenen Stil für die Comics zu entwickeln, oder ob es darum geht, ein komplettes LEBEN zu gestalten – alles fängt damit an, dass wir sehen können, wo wir stehen, und wo wir hinwollen.

Das K-Wort

Ich habe in den vergangen Monaten sehr viel über den Prozess des Lernens gelesen, und zwei Herangehensweisen machten für mich den meisten Sinn, die eine westlich, die andere östlich.

Der erste Ansatz wurde in den 70er Jahren in den USA entwickelt und unterscheidet vier Stufen von „Kompetenz“. Und die erste, unterste Stufe ist die schmerzlichste von allen, und ich sehe die Welt mit anderen Augen, seit ich von ihrer Existenz weiß. Die unterste Stufe der Kompetenz wird bezeichnet als „unbewusste Inkompetenz“.

Im Klartext: Man hat keine Ahnung, und WEISS NICHT, dass man keine Ahnung hat.

Und diese „unbewusste Inkompetenz“ haben wir in fast allen Dingen. Wir urteilen über Religionen, Länder, Völker, Personen. Und haben in den allermeisten Fällen nicht die geringste Ahnung, wovon wir reden. *Wissen* wir wirklich, ob Angelina Jolie eine schlechte Mutter ist, oder wie „die Chinesen“ drauf sind? Natürlich nicht. Aber das ist uns erstmal egal. Wir können urteilen und uns überlegen fühlen, und das ist genau das, was unser Ego will und braucht.

Natürlich hat mich diese Erkenntnis nicht zu einem weisen Mann gemacht. Ich urteile noch immer jeden Tag, was das Zeug hält. Aber in einigen hellen Momenten halte ich inne und frage mich, ob ich wirklich kompetent bin, über einen Sachverhalt oder eine Person zu urteilen. Und in den meisten Fällen ist die Antwort: Nein.

Und speziell beim Zeichnen hat es mir sehr geholfen, nicht mehr in Richtung ungreifbarer Kategorien wie „Kunst“ zu denken, sondern in Kategorien von Kompetenz. Es hat mir zum ersten Mal ermöglicht, für mich selbst zu ordnen, was ich noch lernen will, und was ich noch lernen muss. Dieses Bewusstsein war für mich der wichtigste erste Schritt zu einem eigenen Stil und zu einer besseren Zeichentechnik. Denn wie gesagt: alles beginnt und endet in unserer Birne.  

Sonntag, 26. Mai 2013

Finstere Pläne für die Saison 2013- 2014


It's been some time.

Bald wird hier allerdings wieder etwas mehr los sein. Ich sitze gerade an zwei weiteren Projekten, die jetzt langsam soweit sind, dass man sie erwähnen darf. 

I'm taking the DCIK show on the road. Die Grundlage für das Buch waren ja unter anderem meine Unterrichtsreihen für Comicstorytelling der letzten Jahre. Es hat mir großen Spaß gemacht, und es wird in den kommenden Monaten wieder Workshops geben, einerseits zum Storytelling, andererseits zu meinem nächsten Buch DER EIGENE STRICH. Unten etwas mehr darüber.



Zuallererst muss ich sagen, wieviel Gutes mir DER COMIC IM KOPF gebracht hat. Nach Monaten exzessiven Ego-Googlens werden die Rezis und Erwähnungen zwar merklich weniger, aber grad kürzlich schrieb mein geschätzter Kollege Andi Völlinger eine sehr schöne Rezension auf Comicgate, die mich riesig gefreut hat. Speziell freut mich, dass meine Ättitjud rüberkam, dass das, was ich da schreibe und präsentiere, nicht den Anspruch erhebt, die einzige Wahrheit des Universums zu sein - eine Einstellung, die mir schon viele Lehrbücher vermiest hat.

Nachdem ich durch DCIK eine längere Zeichenpause eingelegt hatte, kommt als nächstes eine neue *näsel* Graphic Novel namens JUNGERNBALLADE, in denen sich vier in die Jahre gekommene Jungfrauen dann doch nochmal in den Geschlechterkampf wagen. In einer perfekten Welt hätte ich erstmal 3,4 Comicromane veröffentlicht, bevor ich großspurig einen Ratgeber veröffentliche, aber die Sache ist nun mal: Leben funktioniert nicht so, wie man es sich plant. Es war etwas, was ich unbedingt tun wollte, etwas das nach meinem Gefühl für viele einen wertvollen Beitrag geleistet hat, und auch wenn ich noch halbwegs beieinander bin: morgen kann es, rein theoretisch vorbei sein mit allem. Es war die eine Sache, hinter die ich unbedingt ein Häkchen machen wollte in meinem Leben.

 Aber natürlich kann ich erst RECHT auf dicke Hose machen, wenn ich bewiesen habe, dass ich das, was ich da vollmundig doziere, auch selber umsetzen kann. Das ist das nächste, was auf dem Plan steht.

Kurz nach DCIK traten zwei erfreuliche junge Männer an mich heran  - oh, scheisse, das klingt wie der Anfang eines VILLAGE PEOPLE-Songs. Auf jeden Fall fragten zwei Leute an, ob ich ihnen Comicunterricht geben könne. Die beiden waren sehr talentiert, aber unerfahren, und es ging ihnen vor allem darum, die Grundlagen für einen eigenen Stil zu legen. Aus diesem Unterricht entwickelte sich ein Konzept, das schliesslich in einem zweiten Buch münden wird, diesmal über Stilentwicklung und Zeichentechnik. Und weil ich als halber Autodidakt (abgesehen von dem Unterricht bei Ralf König) nicht Gefahr laufen will, irgendwelche Scheisse zu erzählen, habe ich aller Wahrscheinlichkeit nach eine sehr liebe Freundin und extrem versierte Zeichnerung als C-Autorin gewonnen, die mir speziell bei der Zeichentechnik über die Schulter schauen und auf die Finger klopfen wird. Hier ein vorläufiges Cover.

Das Buch werde ich hier, wie DCIK, kapitelweise veröffentlichen, bevor es dann 2014 auf Papier erscheint. 

Aber erstmal nochmal einen Kaffee. Herzliche Grüße und triumphale Zeiten, Spong




Donnerstag, 29. November 2012

Kleiner Link


Ein längerer Ausschnitt aus meinem Interview im diesjährigen Jahrbuch des ICOM ...

Die letzten Wochen waren recht gut angefüllt mit Pitches und Vorbereitungen für einen Workshop, den ich im Moment das Privileg habe zu geben. Beim Nachgehen dieses Blogs entdeckte ich den ersten Post,  der Anfang November den Startschuss gab für DER COMIC IM KOPF, mit dem erklärten Ziel, dass am Ende, wann immer das sein möge, das Buch steht. Mal sehen, ob ich genau das mit DER EIGENE STRICH jetzt wiederholen kann ...

Der Comic im Kopf: Guide zum Blog
 Der Comic im Kopf war erst ein großes Skizzenbuch für alle möglichen Ideen und Einsichten, die ich zum Thema Storytelling im Comic hatte. Ich hatte das Privileg gehabt, ein halbes Jahr lang bei Ralf König am Küchentisch das Comicerzählen zu lernen, später veröffentlichte ich meine eigenen Comicgeschichten und bekam für „Tara, oder der Marterpfahl, der Leben heisst“ 2009 den ICOM-Preis für das beste Comicszenario. Gleichzeitig übernahm ich bei der „Comicademy“ den Bereich Storytelling, was mir riesigen Spaß machte und die Notwendigkeit, und Gelegenheit mit sich brachte, alle Dinge, die ich im Laufe der Jahre gelernt hatte, in eine strukturiertere Form zu bringen. Das gesammelte Wissen aus 10 Jahren Comics lernen, Comics lehren und Comics machen tummelt sich hier, und in weitaus aufgeräumterer Form in dem resultierenden Buch DER COMIC IM KOPF, das im Sommer 2012 beim ICOM erschienen ist und seitdem viel teilweise euphorische Kritik von Zeichnern wie Ralf König, Flix und Reinhard Kleist erfahren hat.
Inzwischen haben sich auf diesem Blog soviele Beiträge angesammelt, dass es Zeit ist für einen kleinen thematischen Guide:

Themen:

Allgemeines:

 „Was Comics können, können nur Comics“: Ein komplettes Kapitel aus dem Buch über die Stärken und Einschränkungen des Mediums Comic.

Was ist das mit den Geschichten? - Warum wir erzählen – und warum wir zuhören.

Stilistik:

Make Stuff. Ein paar Gedanken über „gute“ und „schlechte“ Stile, und darüber, dass die Idee immer wichtiger ist, als ihre Gestaltung.

Stil, cooler, der: hier geht es um Leute, deren Stil ich bewundere, und darum, welche Elemente bei Comicstilen ich wichtig finde, und warum. Manche schaffen großartige Mimik, lebendige Charaktere, manche Stile sind so ausgeprägt, dass sie in allen Medien und Formen funktionieren.

Eine Liebeserklärung an den Stil von Ralf König:

Über Jack Davis, Will Eisner, Kyle Baker,

Sam Kieth:

Über die Lebendigkeit eines Stils allgemein:

Lernen und Stil: ein paar Ansätze. Wie lernen geht …

Character Design und generell Personen und Persönlichkeiten im Comic:

Character Design: Die äußere Gestalt

Character Design: Die innere Gestalt

Charakter und Plot: Wie Story und Figur zusammenhängen

Erzähl doch mal von dir: ein Fragenkatalog, um sich der Figur zu nähern.

Plot und Struktur

Storytelling to go: Wenns schnell gehen soll – die fünf ursächlichsten Regeln für gute Plots.

Plot Toolbox: Werkzeuge des Erzählens: Enthüllungen, Wendungen …



Story versus Anekdote: Welche Geschichten eine „Story“ sind – und welche nicht.

Des Plots neue Kleider: wie man bestehende Storystrukturen auf die eigenen Stories anwenden kann

To cut a long story short: Wie man aus langen Geschichten kürzere extrahiert

Dialog:

Visuelles Storytelling, Seitenlayout und Paneling:

Körpersprache:
Stellung, Blickwinkel und Perspektive bei Dialogen.
Perspektive als visuelles Werkzeug:

Lettering

The Art of the Word: Kreativer Umgang mit Text und Wort in Comics

Generelles über die Comicszene:

 Ein Medium in den Wechseljahren. Über die seltsame Begegnung – und Annäherung - der ungleichen Geschwister Comic und Manga.

There’ll be some changes made: Was sich wohl ändern wird in der Szene … und wieso das gar nicht so doof ist.

Mentales

„The only thing that’s holding you back is the way that your’re thinking“ – Steve Vai

It would be mental: Gedanken zum Erfolg. Hier setze ich Stephen Pressfield, den Autor von THE WAR OF ART, den innovativen Comicautor Alan Moore und den Gitarristen Steve Vai an einen Tisch und verbinde ihre Gedanken und Erfahrungen zum Erreichen von Zielen und dem Begriff des „Erfolges“ zu einem Gespräch. Einer meiner liebsten Blogeinträge, und einer der wichtigsten.

Where you take things to: Allgemeines über Kreativität. “Es ist nicht wichtig, wo du Sachen hernimmst. Es ist wichtig, wo du Sachen hinführst” – Jim Jarmusch.

What’s your thing: Wie Comiczeichner zu der Storyform fanden, die zu ihnen passte.  „Aufrichtigkeit macht einen Comic erfolgreich, Unaufrichtigkeit macht einen Comic nicht erfolgreich.“ – Dave Sim

Fallen by the wayside: Die häufigsten Gründe, warum Projekte und Zeichner in der Comicszene scheitern. Ein Best of der Holzwege.

Mittwoch, 14. November 2012

Leap of Faith: Neue Ufer.


"Nothing in the world is worth having or worth doing unless it means effort, pain, difficulty. I have never in my life envied a human being who led an easy life. Theodore Roosevelt

Tja, Theo. Dein Wort in Gottes Ohr.

Ich hatte schon länger Pläne, jobtechnisch einen Schritt runterzufahren, um mehr Zeit und Energie in Comics und Schreiben stecken zu können, aber jetzt passiert es, wenn auch gefühlt ein paar Monate zu früh - ich stehe in Verhandlungen um eine Dreitagewoche. Das heisst erstmal, dass es ab nächstes Jahr öfters Reis und Bohnen geben wird. Es heisst auch, dass ich mich jetzt verstärkt auf zwei Projekte konzentrieren möchte, die in den nächsten zwei Jahren fertig werden sollen, zum einen eine Graphic Novel mit dem Titel JUNGERNBALLADE, zum anderen ein Buch über Stilbildung und Zeichentechnik mit dem Titel DER EIGENE STRICH. Ich hatte vor einigen Monaten, durch Vermittlung meines lieben Kollegen Miguel, das Privileg, zwei Schüler zu finden, denen ich seitdem zum eigenen Stil verhelfen darf. Dieser Kurs wird die Grundlage für DES.

Nebenbei werde ich diesen Blog, wie zuvor für DCIK, als Skizzenheft für das neue Buch benutzen, ebenso wie ich hier auch die Fortschritte der Graphic Novel (näselnd auszusprechen) dokumentieren werde, vom Script über das Character Design bis zu Umsetzung auf der Seite. Ich werde in den kommenden Monaten ziemlich strampeln, um meine Existenz zu sichern. Wünsch mir Glück. Ich werde es brauchen können.

Viele Grüße, Spong

Freitag, 2. November 2012

Guide zum Blog und Intercomic

Ich signiere morgen auf der INTERCOMIC Köln am Stand vom ICOM von 11 Uhr bis 12:30. Generell lohnt sich die Veranstaltung wie selten zuvor: Ralf König signiert die ELFTAUSEND JUNGFRAUEN (ab 19:30 Comiclesung im kölnischen Stadtmuseum), Sarah Burrini hat einen neuen Sammelband im Gepäck, und besonders freut mit die Anwesenheit von Gerhard Schlegel von LASKA COMIX aus München und von Jörg Hartmann aus Münster,  der die Figur des Münsteraner Kommissars WILSBERG in einem großartigen Aquarell-Comicstil umgesetzt hat.

Hier nochmal ein Link mit allen anwesenden Zeichnern auf der Intercomic:



Guide zum Blog

 Der Comic im Kopf war erst ein großes Skizzenbuch für alle möglichen Ideen und Einsichten, die ich zum Thema Storytelling im Comic hatte. Ich hatte das Privileg gehabt, ein halbes Jahr lang bei Ralf König am Küchentisch das Comicerzählen zu lernen, später veröffentlichte ich meine eigenen Comicgeschichten und bekam für „Tara, oder der Marterpfahl, der Leben heisst“ 2009 den ICOM-Preis für das beste Comicszenario. Gleichzeitig übernahm ich bei der „Comicademy“ den Bereich Storytelling, was mir riesigen Spaß machte und die Notwendigkeit, und Gelegenheit mit sich brachte, alle Dinge, die ich im Laufe der Jahre gelernt hatte, in eine strukturiertere Form zu bringen. Das gesammelte Wissen aus 10 Jahren Comics lernen, Comics lehren und Comics machen tummelt sich hier, und in weitaus aufgeräumterer Form in dem resultierenden Buch DER COMIC IM KOPF, das im Sommer 2012 beim ICOM erschienen ist und seitdem viel teilweise euphorische Kritik von Zeichnern wie Ralf König, Flix und Reinhard Kleist erfahren hat.
Inzwischen haben sich auf diesem Blog soviele Beiträge angesammelt, dass es Zeit ist für einen kleinen thematischen Guide:

Themen:

Allgemeines:

 „Was Comics können, können nur Comics“: Ein komplettes Kapitel aus dem Buch über die Stärken und Einschränkungen des Mediums Comic.

Was ist das mit den Geschichten? - Warum wir erzählen – und warum wir zuhören.

Stilistik:

Make Stuff. Ein paar Gedanken über „gute“ und „schlechte“ Stile, und darüber, dass die Idee immer wichtiger ist, als ihre Gestaltung.

Stil, cooler, der: hier geht es um Leute, deren Stil ich bewundere, und darum, welche Elemente bei Comicstilen ich wichtig finde, und warum. Manche schaffen großartige Mimik, lebendige Charaktere, manche Stile sind so ausgeprägt, dass sie in allen Medien und Formen funktionieren.

Eine Liebeserklärung an den Stil von Ralf König:

Über Jack Davis, Will Eisner, Kyle Baker,

Sam Kieth:

Über die Lebendigkeit eines Stils allgemein:

Lernen und Stil: ein paar Ansätze. Wie lernen geht …

Character Design und generell Personen und Persönlichkeiten im Comic:

Character Design: Die äußere Gestalt

Character Design: Die innere Gestalt

Charakter und Plot: Wie Story und Figur zusammenhängen

Erzähl doch mal von dir: ein Fragenkatalog, um sich der Figur zu nähern.

Plot und Struktur

Storytelling to go: Wenns schnell gehen soll – die fünf ursächlichsten Regeln für gute Plots.

Plot Toolbox: Werkzeuge des Erzählens: Enthüllungen, Wendungen …



Story versus Anekdote: Welche Geschichten eine „Story“ sind – und welche nicht.

Des Plots neue Kleider: wie man bestehende Storystrukturen auf die eigenen Stories anwenden kann

To cut a long story short: Wie man aus langen Geschichten kürzere extrahiert

Dialog:

Visuelles Storytelling, Seitenlayout und Paneling:

Körpersprache:
Stellung, Blickwinkel und Perspektive bei Dialogen.
Perspektive als visuelles Werkzeug:

Lettering

The Art of the Word: Kreativer Umgang mit Text und Wort in Comics

Generelles über die Comicszene:

 Ein Medium in den Wechseljahren. Über die seltsame Begegnung – und Annäherung - der ungleichen Geschwister Comic und Manga.

There’ll be some changes made: Was sich wohl ändern wird in der Szene … und wieso das gar nicht so doof ist.

Mentales

„The only thing that’s holding you back is the way that your’re thinking“ – Steve Vai

It would be mental: Gedanken zum Erfolg. Hier setze ich Stephen Pressfield, den Autor von THE WAR OF ART, den innovativen Comicautor Alan Moore und den Gitarristen Steve Vai an einen Tisch und verbinde ihre Gedanken und Erfahrungen zum Erreichen von Zielen und dem Begriff des „Erfolges“ zu einem Gespräch. Einer meiner liebsten Blogeinträge, und einer der wichtigsten.

Where you take things to: Allgemeines über Kreativität. “Es ist nicht wichtig, wo du Sachen hernimmst. Es ist wichtig, wo du Sachen hinführst” – Jim Jarmusch.

What’s your thing: Wie Comiczeichner zu der Storyform fanden, die zu ihnen passte.  „Aufrichtigkeit macht einen Comic erfolgreich, Unaufrichtigkeit macht einen Comic nicht erfolgreich.“ – Dave Sim

Fallen by the wayside: Die häufigsten Gründe, warum Projekte und Zeichner in der Comicszene scheitern. Ein Best of der Holzwege.

Sonntag, 28. Oktober 2012

Yeah yeah yeah yeah


Praise und eine Prise Kritik für DCIK

Der Berliner "Tagesspiegel" engagiert sich für die deutsche Comicszene wie keine andere Zeitung in Deutschland. Umso erfreulicher, dass mein überaus geschätzter Kollege Reinhard Kleist dort eine ausführliche Rezensinon zu DCIK geschrieben hat. Mir glühen die Backen vor Freude.

Vor Kälte auch, aber vor allem vor Freude. Enjoy:

http://www.tagesspiegel.de/kultur/comics/comic-ratgeber-lass-dich-ueberraschen/7312426.html